Sonntag, 7. November 2010

Marokko verhaftet Chef des Organisationskomitees der Weltfestspiele

Der Vorsitzenden des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) und Koordinator des Internationalen Organisationskomitees für die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Dezember in Südafrika, Tiago Vieira, ist am vergangenen Wochenende von den marokkanischen Behörden verhaftet und ohne Begründung ausgewiesen worden. Auf Einladung des saharauischen Jugendverbandes UJSARIO hatte Vieira Laayoune in der marokkanisch besetzten Westsahara besuchen wollen, um sich selbst ein Bild über das brutale Vorgehen der Besatzungsmacht gegen die saharauische Bevölkerung zu machen. Vor wenigen Tagen war dort ein 14jähriger Junge von marokkanischen Soldaten erschossen worden, als in einem Konvoi Lebensmittel zu Landsleuten bringen wollte, die derzeit aus Protest gegen die Repression in einem Zeltlager wohnen, das von den Besatzungstruppen belagert wird.

Unmittelbar nach der Landung in Laayoune wurde Tiago Vierira noch im Flugzeug von marokkanischen Polizisten festgenommen. Ihm wurde sein Reisepaß abgenommen und er wurde gezwungen, nach Casablanca zurückzukehren. Dort wurde er in einer kalten Zelle ohne Schlafmöglichkeit 15 Stunden lang festgehalten und anschließend in sein Heimatland Portugal abgeschoben.

Die Portugiesische Kommunistische Partei (PCP), deren Zentralkomitee Vieira ebenfalls angehört, protestierte gegen das Vorgehen Marokkos, dass ein Verstoss gegen die bilateralen Abkommen zwischen Portugal und Marokko über die Freizügigkeit ihrer Staatsbürger sowie eine Verletzung der Menschenrechte darstelle.

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