Montag, 7. November 2011

Rede der SDAJ Kiel auf der Gedenkveranstalltung zur Novemberrevolution


Liebe Genossinnen und Genossen, auch wir als SDAJ Kiel möchten heute den Kieler Arbeiter_innen und Soldaten gedenken. Ihre mutige Initiative schob dem Treiben des deutschen Imperialismus endlich den Riegel vor und läutete das Ende des Ersten Weltkriegs ein.
Wir begrüßen die Arbeit und den Aufwand der Organisator_innen, die uns allen jedes Jahr die Chance bieten, an diese entscheidenden Tage zu erinnern. Denn nur, wenn wir unsere Vergangenheit kennen, können wir in den bevorstehenden politischen, sozialen und ökonomischen Kämpfen siegreich sein. Der Aufstand der Kieler Matrosen, die Novemberrevolution und ihr langes Nachspiel haben der Arbeiterbewegung viele, teils schmerzlicheErkenntnisse gebracht - über das Wesen des Sozialchauvinismus und der Reaktion, aber auch über die Unverzichtbarkeit einer Massenbasis.
Doch das Gedenken alleine darf uns nicht reichen! Seit über 10 Jahren führt Deutschland wieder offen Krieg. In Afghanistan, im Kosovo und vor der Küste Somalias stehen deutsche Soldaten für die Interessen der Banken und Konzerne. Gleichzeitig verstärkt die Bundeswehr ihre Bemühungen, junge Menschen für ihre Kriegseinsätze zu ködern, in der Schule, bei Jobmessen und mit einer riesigen Werbeoffensive. Als sozialistischer, antimilitaristischer Jugendverband besorgt uns das sehr. Zwar rühmen wir uns als Linke immer wieder über die 60 und mehr Prozent in Deutschland, die mit uns gegen den Afghanistan-Krieg sind, traurige Wahrheit ist aber, dass wir noch soviel mit Prozenten um uns werfen können, wenn wir diese Masse nicht auf die Straße bekommen.
Das Beste was wir tun können um den Geist der Genoss_innen vom November 1918 hochzuhalten ist, alles daran zu setzen, den Menschen die Unverträglichkeit ihrer Interessen mit der deutschen Kriegspolitik aufzuzeigen. Wir müssen das große Potential derer, die den Afghanistaneinsatz ablehnen endlich vom stillschweigenden Tolerieren zum offenen Protest bringen und für einen breiten antimilitaristischen Konsens sorgen. Die SDAJ hat im vergangenen Jahr im Rahmen der „Bundeswehrfreie Zonen“- Kampange gemeinsam mit ihren Bündnispartern versucht Ansätze für diese Arbeit zu schaffen.
In diesem Sinne: Auf ein weiteres Jahr gemeinsamer antimilitaristischer Arbeit!
Hoch leben die Arbeiter_innen und Soldaten der Novemberrevolution!

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